(zu alt für eine Antwort)
Fahrrad-Rücktritt reparieren
Stefan Koschke
2009-06-21 08:31:02 UTC
Hallo zusammen,

das Fahrrad meiner Frau (3 Gang Nabenschaltung) hat eine "Macke":

Ab und zu kann man den Rücktritt nicht benutzen, dann läßt sichs
rückwärts kurbeln ohne daß die Bremse greift.
Dann wieder mal gehts wieder.

Das Hinterrad hatte ich schon 2 Mal zur Reparatur, die Aussage war
"verharztes Öl" wegen Wenignutzung.
Nun, das Rad wird wirklich wenig genutzt aber im Sinne der Sicherheit
ist der aktuelle Zustand nicht akzeptabel.
Nun will ich selber ran weil die Werkstatt den Fehler immer nur temporär
beseitigt hat, aber habe keinerlei Ahnung wie ich vorgehen soll.
Hat jemand Tips wie die Nabe geöffnet wird?

Ciao
Stefan
Jochen Kriegerowski
2009-06-21 09:03:34 UTC
Post by Stefan Koschke
Hat jemand Tips wie die Nabe geöffnet wird?
Geh auch mal eine Tür weiter, zu den Kollegen von de.rec.fahrrad
mit deiner Frage!

Gruß
Jochen
Thomas Hu"bner
2009-06-21 09:49:42 UTC
Post by Stefan Koschke
Ab und zu kann man den Rücktritt nicht benutzen, dann läßt sichs
rückwärts kurbeln ohne daß die Bremse greift.
Dann wieder mal gehts wieder.
Das Hinterrad hatte ich schon 2 Mal zur Reparatur, die Aussage war
"verharztes Öl" wegen Wenignutzung.
Wenn innerhalb von einem Jahr, reklamieren.
Post by Stefan Koschke
Nun will ich selber ran weil die Werkstatt den Fehler immer nur
temporär beseitigt hat, aber habe keinerlei Ahnung wie ich vorgehen
soll. Hat jemand Tips wie die Nabe geöffnet wird?
Tante guggel hilf mit freundlicher Ansprache "sachs 3 gang zerlegen" auch
hier:
http://www.3gang.de/3-gang/images/f_s_3111_expl.gif
Sieht schlimmer aus als es ist.

Einzelheiten:
http://bernd.sluka.de/Fahrrad/515/index.html
--
Thomas
Klaus Bahner
2009-06-21 19:42:10 UTC
Post by Stefan Koschke
Nun will ich selber ran weil die Werkstatt den Fehler immer nur temporär
beseitigt hat, aber habe keinerlei Ahnung wie ich vorgehen soll.
Hat jemand Tips wie die Nabe geöffnet wird?
Ich habe diese 3-Gang Ruecktrittnaben vor Jahrzehnten mal aus schierer
Neugier zerlegt, und wenn ich mich recht erinnere, habe ich die
(zumindest die meisten davon) auch wieder funktionierend zusammengesetzt
bekommen.
Aber ehrlich gesagt, wuerde ich lieber ein komplettes Hinterrad vom
Schrott bzw. Sperrmuell holen und das komplett austauschen. Und mit
allem Respekt, da du hier fragst wie die zu oeffnen ist und du die schon
vorher an die Werkstatt zur Reperatur gegeben hast, koennte man
vermuten, dass du mit der Aufgabe ueberfordert sein koenntest. Einen
periodischen Fehler in der Mechanik sicher zu diagnostizieren erfordert
viel Erfahrung.

Gruss
Klaus
Gerd Schweizer
2009-06-21 20:20:05 UTC
Post by Stefan Koschke
Ab und zu kann man den Rücktritt nicht benutzen, dann läßt sichs
rückwärts kurbeln ohne daß die Bremse greift.
Stefan, geht es nur rückwärts leer durch oder vorwärts auch? Alte
Fichtel & Sachs Nabe?

Wenn ich mich recht erinnere, gab es diese Erscheinung, wenn die
Schaltung nicht sauber eingestellt war. Schalthebel mittig zwischen 2.
und 3. Gang halten, dann dreht es durch. Zum Einstellen hinten die
Rändelmutter lockern und normalerweise mit dem anderen Teil den
Schaltzug etwas straffen. Rändelmutter wieder fest ziehen.
--
Liebe Grüße, Gerd - Hier steht die Satelliten FAQ,
PC-Tipps, Mopped, Katzen, Garten, Heimwerken:
http://www.satgerd.de/
Georg Mildenberger
2009-06-21 20:35:11 UTC
Hi Stefan,
Post by Stefan Koschke
Hallo zusammen,
Ab und zu kann man den Rücktritt nicht benutzen, dann läßt sichs
rückwärts kurbeln ohne daß die Bremse greift.
Dann wieder mal gehts wieder.
Das Hinterrad hatte ich schon 2 Mal zur Reparatur, die Aussage war
"verharztes Öl" wegen Wenignutzung.
Nun, das Rad wird wirklich wenig genutzt aber im Sinne der Sicherheit
ist der aktuelle Zustand nicht akzeptabel.
Nun will ich selber ran weil die Werkstatt den Fehler immer nur temporär
beseitigt hat, aber habe keinerlei Ahnung wie ich vorgehen soll.
Hat jemand Tips wie die Nabe geöffnet wird?
hilfreich wäre sicher erstmal zu erfahren, was für eine Nabe das ist.
Ne alte Torpedo oder ein anderes Produkt? Vorher lässt sich wohl nicht
wirklich viel sagen.


Gruß
Schorsch
Ulli Horlacher
2009-06-21 21:59:13 UTC
Es gibt mindestens 5 Hersteller von 3-Gang-Naben, dazu diverse Modelle.
--
+ Ulli Horlacher + ***@tandem-fahren.de + http://tandem-fahren.de/ +
Stefan Koschke
2009-06-22 07:53:03 UTC
Hallo Gerd,
Post by Gerd Schweizer
Post by Stefan Koschke
Ab und zu kann man den Rücktritt nicht benutzen, dann läßt sichs
rückwärts kurbeln ohne daß die Bremse greift.
Stefan, geht es nur rückwärts leer durch oder vorwärts auch? Alte
nur beim rückwärts treten (also bremsen wollen)
Post by Gerd Schweizer
Fichtel & Sachs Nabe?
keine Ahnung, beide Namen finde ich nicht da drauf
Post by Gerd Schweizer
Wenn ich mich recht erinnere, gab es diese Erscheinung, wenn die Schaltung
nicht sauber eingestellt war. Schalthebel mittig zwischen 2. und 3. Gang
halten, dann dreht es durch. Zum Einstellen hinten die Rändelmutter
lockern und normalerweise mit dem anderen Teil den Schaltzug etwas
straffen. Rändelmutter wieder fest ziehen.
danke!
Klasse Tip, das probier ich heute Abend gleich aus!
Daß eine (leichte) Fehleinstellung der Schaltung das Bremsen verhindern
kann, wäre mir im Traum nicht eingefallen!

Ciao
Stefan
Markus Imhof
2009-06-22 08:28:30 UTC
On 22 Jun., 09:53, "Stefan Koschke" <***@t-online.de>
wrote:
...
Post by Stefan Koschke
danke!
Klasse Tip, das probier ich heute Abend gleich aus!
Daß eine (leichte) Fehleinstellung der Schaltung das Bremsen verhindern
kann, wäre mir im Traum nicht eingefallen!
Es gab IIRC mal eine Schaltung, bei der war zwischen dem 2. und 3.
Gang ein Freilauf (auch so am Hebel markiert). Die Markierung fiel
dann später mal weg.

Ansonsten: _wenn_ es eine Sachs ist, dann kann das die Einstellung
sein, es können verklebte Klinken sein oder es kann eine an/
abgebrochene Feder sein. Finden kann man das schon - Du brauchst in
diesem Fall den Hakenschlüssel (dieses komische Blech- oder Eisenteil,
das zusammen mit dem Rad ausgeliefert wird und bei dem niemand eine
Ahnung hat, wozu es gut sein soll), mindestens eine
Explosionszeichnung _dieser_ Nabe, Fett, einen Schraubstock und viel
Geduld. Vor allem letzteres verhindert in der Regel, daß die Werkstatt
das zu einem realistischen Preis (verglichen mit einer neuen Nabe)
reparieren kann.
Die Explosionszeichnung findest Du entweder beim Hersteller oder mit
etwas Glück in einer Buchhandlung.

Gruß
Markus
Georg Mildenberger
2009-06-22 08:48:02 UTC
Hi,
Post by Markus Imhof
...
Post by Stefan Koschke
danke!
Klasse Tip, das probier ich heute Abend gleich aus!
Daß eine (leichte) Fehleinstellung der Schaltung das Bremsen verhindern
kann, wäre mir im Traum nicht eingefallen!
Es gab IIRC mal eine Schaltung, bei der war zwischen dem 2. und 3.
Gang ein Freilauf (auch so am Hebel markiert). Die Markierung fiel
dann später mal weg.
Ansonsten: _wenn_ es eine Sachs ist, dann kann das die Einstellung
sein, es können verklebte Klinken sein oder es kann eine an/
abgebrochene Feder sein.
Wenn es die Einstellung ist, dann wird aber normalerweise nicht nur die
Bremse funktionslos, sondern das Ritzel dreht in beide Richtungen frei.
Post by Markus Imhof
Finden kann man das schon - Du brauchst in
diesem Fall den Hakenschlüssel (dieses komische Blech- oder Eisenteil,
das zusammen mit dem Rad ausgeliefert wird und bei dem niemand eine
Ahnung hat, wozu es gut sein soll), mindestens eine
Explosionszeichnung _dieser_ Nabe, Fett, einen Schraubstock und viel
Geduld. Vor allem letzteres verhindert in der Regel, daß die Werkstatt
das zu einem realistischen Preis (verglichen mit einer neuen Nabe)
reparieren kann.
Die Explosionszeichnung findest Du entweder beim Hersteller oder mit
etwas Glück in einer Buchhandlung.
auf jeden Fall ist das eine lehrreiche Übung. Viel Spaß!

Gruß
Schorsch
Stefan Koschke
2009-06-22 10:27:07 UTC
Hallo zusammen,
Post by Georg Mildenberger
Hi,
Wenn es die Einstellung ist, dann wird aber normalerweise nicht nur die
Bremse funktionslos, sondern das Ritzel dreht in beide Richtungen frei.
ich möchte das Verhalten mal präzisieren, vielleicht hilt es ja zur
Ursachenfindung:

Das Rad steht im Keller, im Stand konnte ich rückwärts kurbeln.
Nach mehrfachen Versuchen greift die Rücktrittbremse immer öfter, mal gehts
noch eine halbe Drehung frei rückwärts bis es bremst, nach immer mehr
Versuchen wird dieser Weg immer kürzer bis man denkt, nun geht's wieder so
wie es sein soll.

Wird das Rad aber nur wenig bewegt oder das Hinterrad dreht sich leicht in
Fahrtrichtung währen der Bremsversuche, schon wird der Ausfall der Bremse
wieder ganz heftig, man kann wie beim Renndad mehrere Umdrehungen rückwärts
kurbeln ohne daß es bremst...

Das Teil nochmal in die Werkstatt bringen? Deren letzter Reparaturversuch
hielt 4 Wochen :-(

Ciao
Stefan
Georg Mildenberger
2009-06-22 10:36:44 UTC
Hi Stefan
Post by Stefan Koschke
Post by Georg Mildenberger
Wenn es die Einstellung ist, dann wird aber normalerweise nicht nur die
Bremse funktionslos, sondern das Ritzel dreht in beide Richtungen frei.
ich möchte das Verhalten mal präzisieren, vielleicht hilt es ja zur
Das Rad steht im Keller, im Stand konnte ich rückwärts kurbeln.
Nach mehrfachen Versuchen greift die Rücktrittbremse immer öfter, mal gehts
noch eine halbe Drehung frei rückwärts bis es bremst, nach immer mehr
Versuchen wird dieser Weg immer kürzer bis man denkt, nun geht's wieder so
wie es sein soll.
Wird das Rad aber nur wenig bewegt oder das Hinterrad dreht sich leicht in
Fahrtrichtung währen der Bremsversuche, schon wird der Ausfall der Bremse
wieder ganz heftig, man kann wie beim Renndad mehrere Umdrehungen rückwärts
kurbeln ohne daß es bremst...
Das Teil nochmal in die Werkstatt bringen? Deren letzter Reparaturversuch
hielt 4 Wochen :-(
hmm, das klingt so, als würden die Sperrklinken hängen. Wenn Du
rückwärts trittst, dann greifen sie irgendwann. Bei öfterer Betätigung
schneller. Wenn Du aber wieder vorwärtstrittst, dann werden sie nach
außen gedrückt und bleiben erst mal hängen.
Die Werkstatt hat die Nabe wohl nicht zerlegt, sondern nur ordentlich
wk40 oder so reingesprüht, so dass die Klinken ein Weilchen
leichtgängiger werden.

Die Nabe sieht innen so ähnlich aus (je nach Hersteller udn Modell):
http://bernd.sluka.de/Fahrrad/515/5.gif

Das mußt Du halt auseinanderbasteln, alles sauber machen, mit den
vorgesehenen Schmiermitteln eincremen und sauber wieder zusammenfrickeln.
Dann könnte es wieder funktionieren.

Gruß
Schorsch
Jochen Kriegerowski
2009-06-22 10:49:20 UTC
Die Werkstatt hat die Nabe wohl nicht zerlegt, sondern nur ordentlich wk40
oder so reingesprüht, so dass die Klinken ein Weilchen leichtgängiger
werden.
Nur so'n Gedanke: Eine Woche in Petroleum marinieren?

Gruß
Jochen
Georg Mildenberger
2009-06-22 11:05:44 UTC
Post by Jochen Kriegerowski
Post by Georg Mildenberger
Die Werkstatt hat die Nabe wohl nicht zerlegt, sondern nur ordentlich
wk40 oder so reingesprüht, so dass die Klinken ein Weilchen
leichtgängiger werden.
Nur so'n Gedanke: Eine Woche in Petroleum marinieren?
ja schon, Du kriegst das alte Fett gelöst. Aber Du kriegst so den Dreck
nicht wirklich rausgespült. Das Petroleum macht sich davon und der Dreck
setzt sich wieder ab. Und es ist dann auch keine Schmierung mehr da.
Öffnen und neu schmieren lässt sich kaum vermeiden.

Gruß
Schorsch
Thomas Hu"bner
2009-06-22 14:45:13 UTC
Post by Markus Imhof
Die Explosionszeichnung findest Du entweder beim Hersteller oder mit
etwas Glück in einer Buchhandlung.
Oder hätte vorher den Thread durchGEARBEITET.
Scheint etwas viel verlangt.
--
Tho-tanteguggelsbilderabteilungweissaucheiniges-mas
Thomas Hu"bner
2009-06-22 14:48:18 UTC
Post by Georg Mildenberger
Öffnen und neu schmieren lässt sich kaum vermeiden.
Dann mit Vaseline.
--
Thomas
Thomas Hu"bner
2009-06-22 14:50:41 UTC
Post by Stefan Koschke
Das Teil nochmal in die Werkstatt bringen? Deren letzter
Reparaturversuch hielt 4 Wochen :-(
Also (rechtlich) ein untauglicher Versuch.
Reklamieren mit Terminsetzung der Nachbesserung.
Auf jede Reparatur gibt es gesetzlich ein Jahr Gewährleistung.
--
Thomas
Dieter Wiedmann
2009-06-22 15:10:01 UTC
Post by Thomas Hu"bner
Post by Georg Mildenberger
Öffnen und neu schmieren lässt sich kaum vermeiden.
Dann mit Vaseline.
Bloß nicht! Da gehört Schaltungsnabenfett rein, temperaturbeständig.


Gruß Dieter
Andreas Quast
2009-06-27 09:15:58 UTC
Post by Dieter Wiedmann
Bloß nicht! Da gehört Schaltungsnabenfett rein, temperaturbeständig.
Ich glaube, das Zauberwort heißt Bremsmantelfett. F&S hatte davon sogar
zwei Versionen - für Messing- und Stahlbremsmäntel. Anleitungen für die
Demontage gibt's zuhauf und man muß das Ding von der richtigen Seite
aufmachen. Dann ist es eigentlich ganz leicht. Ätzend fand ich immer,
beim Zusammenbau das Lagerspiel über die Kontermuttern mit diesen
komischen Schlüsseln vernünftig einzustellen. Ist aber ein gutes Gefühl,
wenn's wieder läuft. Heutige Werkstätten haben da keinen Nerv drauf.
Stefan Koschke
2009-06-29 07:24:34 UTC
Hallo Andreas,
Post by Andreas Quast
Post by Dieter Wiedmann
Bloß nicht! Da gehört Schaltungsnabenfett rein, temperaturbeständig.
Ich glaube, das Zauberwort heißt Bremsmantelfett. F&S hatte davon sogar
zwei Versionen - für Messing- und Stahlbremsmäntel. Anleitungen für die
Demontage gibt's zuhauf und man muß das Ding von der richtigen Seite
aufmachen. Dann ist es eigentlich ganz leicht. Ätzend fand ich immer,
beim Zusammenbau das Lagerspiel über die Kontermuttern mit diesen
komischen Schlüsseln vernünftig einzustellen. Ist aber ein gutes Gefühl,
wenn's wieder läuft. Heutige Werkstätten haben da keinen Nerv drauf.
danke!
Ciao
Stefan