Discussion:
Wasserschaden auf schwimmendem Estrich
(zu alt für eine Antwort)
d***@googlemail.com
2017-08-05 19:21:34 UTC
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Raw Message
Hallo zusammen,

im Zuge des Unwetters der letzten Wochen hat sich bei mir im Keller (Einfamilienhaus) reichlich Wasser angesammelt. Es ist vermutlich drückendes Grundwasser, welches an Stellen einer nicht (mehr) perfekten Abdichtung zwischen Bodenplatte und Betonwänden eingedrungen ist. Der Boden des Kellers (3 Räume plus Flur) ist durchgängig gefliest. Zeitweise standen ca. 20qm von insgesamt 70qm Kellerfläche unter Wasser (ca. 5mm hoch). Leider handelt es sich um einen ausgebauten Wohnkeller mit schwimmendem Estrich auf Styropordämmung.

Durch eine Trocknungsfirma habe ich eine Probebohrung machen lassen (Bohrung ist gut, mit dem Hammer wurde einfach eine Bodenfliese rausgeschlagen) und es wurde festgestellt, dass die Dämmung zumindest teilweise noch feucht ist. Von der Firma wurde mir dringend zu einer professionellen Trocknung mit Lufteinströmungen und entsprechenden Entfeuchtern geraten, da sonst angeblich die Bausubstanz erheblich leiden würde und ich damit rechnen müsste, dass die Stahlverstrebungen im Beton über die Zeit rosten würden und das Haus in spätestens 10 -15 Jahren Statikprobleme bekäme. Das hat mich nun vollends fertiggemacht.

Da ich mir nicht vorstellen kann, dass ich der Einzige mit solch einem Problem bin, würden mich auch mal andere Meinungen, evtl. auch von Fachleuten hier, interessieren. Was sagt ihr dazu?

Besten Dank im Voraus für Eure Unterstützung und Ratschläge,
Joe
Tobias Schuster
2017-08-05 21:25:29 UTC
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Raw Message
Post by d***@googlemail.com
Durch eine Trocknungsfirma habe ich eine Probebohrung machen lassen (Bohrung ist gut, mit dem Hammer wurde einfach eine Bodenfliese rausgeschlagen)
Trocknungsfirmen sind nach meiner Erfahrung mit Vorsicht zu geniesen.
Erfolg oder blanker Hocus-Pokus ist für Laien schwer bis gar nicht
einzuschätzen.

und es wurde festgestellt, dass die Dämmung zumindest teilweise noch
feucht ist. Von der Firma wurde mir dringend zu einer professionellen
Trocknung mit Lufteinströmungen und entsprechenden Entfeuchtern geraten

Umsatz lockt ...

, da sonst angeblich die Bausubstanz erheblich leiden würde und ich
damit rechnen müsste, dass die Stahlverstrebungen im Beton über die Zeit
rosten würden

Wenn die Überdeckung mit Estrich-Beton ausreichend ist, was soll rosten?

und das Haus in spätestens 10 -15 Jahren Statikprobleme bekäme. Das hat
mich nun vollends fertiggemacht.

Reine Panik-Mache ... Estrich hat nichts mit Statik zu tun, wo es in dem
Bereich auf die Gründung (Fundamente) ankommt.
Post by d***@googlemail.com
Da ich mir nicht vorstellen kann, dass ich der Einzige mit solch einem Problem bin, würden mich auch mal andere Meinungen, evtl. auch von Fachleuten hier, interessieren. Was sagt ihr dazu?
Im Zweifel würde ich mich einem Architekt bzw. Bauingenieur anvertrauen.

Ich hatte einen Rohrbruch mit Wasser auf dem Kellerboden und bin froh,
nicht auf das Angebot eingegangen zu sein. Das Haus wird sicherlich noch
in 20 Jahren stehen ...

2
Bernd Lammer
2017-08-05 21:42:53 UTC
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Raw Message
Post by d***@googlemail.com
Durch eine Trocknungsfirma habe ich eine Probebohrung machen lassen (Bohrung ist gut, mit dem Hammer wurde einfach eine Bodenfliese rausgeschlagen) und es wurde festgestellt, dass die Dämmung zumindest teilweise noch feucht ist. Von der Firma wurde mir dringend zu einer professionellen Trocknung mit Lufteinströmungen und entsprechenden Entfeuchtern geraten, da sonst angeblich die Bausubstanz erheblich leiden würde und ich damit rechnen müsste, dass die Stahlverstrebungen im Beton über die Zeit rosten würden und das Haus in spätestens 10 -15 Jahren Statikprobleme bekäme. Das hat mich nun vollends fertiggemacht.
Das mit den Stahlverstrebungen halte ich für Panikmache. Der Beton liegt
ohnehin im feuchten Erdreich und für den Stahl macht es mMn. keinen
Unterschied, ob eine Seite etwas trockener oder feuchter ist.
Bei einem Bekannten habe ich mal eine Kellertrocknung gesehen. Dort
wurden mit mehreren Kernbohrungen relativ kleine Löcher (30 - 50 mm
Durchmesser) hergestellt, über die dann Luft eingeblasen worden ist.
Später habe ich mal gelesen, dass es besser funktionieren soll, wenn man
die Luft absaugen würde. Durch den Unterdruck würde angeblich die
Feuchtigkeit schneller entfernt werden. Ich habe da meine Zweifel, denn
wenn so viel Unterdruck entsteht, dass auf der ganzen Fläche das Wasser
nennenswert schneller aus dem Material austritt, dann dürfte nur sehr
wenig Luft zirkulieren.

Ich habe auch von einem System gehört, das den Belag unangetastet lässt
und stattdessen am Übergang zwischen Wand und Boden ansetzt.

Wenn zu erwarten ist, dass wieder Wasser eintreten kann, dann würde ich
versuchen das zu unterbinden.
--
Bernd
Ulrich G. Kliegis
2017-08-05 22:40:30 UTC
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Raw Message
On Sat, 5 Aug 2017 23:42:53 +0200, Bernd Lammer
Post by Bernd Lammer
Dort
wurden mit mehreren Kernbohrungen relativ kleine Löcher (30 - 50 mm
Durchmesser) hergestellt, über die dann Luft eingeblasen worden ist.
Später habe ich mal gelesen, dass es besser funktionieren soll, wenn man
die Luft absaugen würde. Durch den Unterdruck würde angeblich die
Feuchtigkeit schneller entfernt werden. Ich habe da meine Zweifel, denn
wenn so viel Unterdruck entsteht, dass auf der ganzen Fläche das Wasser
nennenswert schneller aus dem Material austritt, dann dürfte nur sehr
wenig Luft zirkulieren.
Zumal, wenn da schon mal Wasser reingekommen ist, man mit sog,
Unterdruck eher wieder neues Wasser durch die vorhandenen Wege aus dem
Boden ansaugt. Das Haus steht jetzt sicher auch noch im Nassen, also
erstmal Ruhe bewahren.

Styropor (wenn es das weiße Zeug ist) hat die unangenehme Eigenschaft,
Wasser aufzunehmen. Wenn es Floormate von Dow ist, ist es weniger
schlimm, das kann das ab. War der Schaumstoff blau, grün oder weiß?

Wichtig wäre tatsächlich, wenn möglich, herauszufinden, wo das Wasser
überall reingekommen ist, und das dann dichtzumachen. Das kann
allerdings was von Don Quichote und den Wassermühlen oder so
annehmen. In vergleicharer Situation hab ich mir mal den Unmut einer
wassergeschädigten Nachbarin zugezogen, als ich was von Hausboot
murmelte... ;)
Post by Bernd Lammer
Ich habe auch von einem System gehört, das den Belag unangetastet lässt
und stattdessen am Übergang zwischen Wand und Boden ansetzt.
Da wird dünnflüssiges Epoxidharz oder Polyurethanharz unter Druck ins
Mauerwerk gepresst. Teuer, aufwendig, aber auch gut? Das kommt drauf
an, wie vollständig man es hinbekommt (auf deutsch: Nie!), wie
vorgeschädigt oder mit anderem Zeug gesättigt die Wand ist, durch
welche Ersatzwege das Wasser anschließend reinkommt, ob neue Setzrisse
... usw.

Ringdrainage mit ordentlicher Entsorgung liegt? Wie sieht es in der
Nachbarschaft aus? Wer keinen nassen Keller hat, den mal fragen (es
sei denn, der hat ohne Keller gebaut...)...

Die Trocknerfritzen sind jedenfalls genau wie die Leitungsvideofidis
alles Flitzpiepen, mit wenigen Ausnahmen. Das merkt man leider immer
erst hinterher...

Bei einem Bekannten haben die "Trockner" trotz vorliegender Zeichnung
beim Einbringen der Röhrchen für eine Hochdruck-Imprägnierung gegen
aufsteigendes Wasser zielsicher ein Wasserrohr und ein Gasrohr
getroffen, zur Freude der Gemeindewerker an einem Freitagnachmittag...
Post by Bernd Lammer
Wenn zu erwarten ist, dass wieder Wasser eintreten kann, dann würde ich
versuchen das zu unterbinden.
Wen schreibt man da an? :)


Gruß,
U.

(Warum heißt der Schwimmende Estrich "Schwimmend"? - Ääähhhhmmmm.... )
Bernd Lammer
2017-08-06 18:30:52 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ulrich G. Kliegis
On Sat, 5 Aug 2017 23:42:53 +0200, Bernd Lammer
Post by Bernd Lammer
Ich habe auch von einem System gehört, das den Belag unangetastet lässt
und stattdessen am Übergang zwischen Wand und Boden ansetzt.
Da wird dünnflüssiges Epoxidharz oder Polyurethanharz unter Druck ins
Mauerwerk gepresst. Teuer, aufwendig, aber auch gut? Das kommt drauf
an, wie vollständig man es hinbekommt (auf deutsch: Nie!), wie
vorgeschädigt oder mit anderem Zeug gesättigt die Wand ist, durch
welche Ersatzwege das Wasser anschließend reinkommt, ob neue Setzrisse
... usw.
Ein Mistverständnis. Diese Abdichtungsmaßnahme meinte ich nicht.
Bei dem Verfahren, was ich meinte, läuft die Trockung der Dämmschicht
unter dem Estrich über flache Düsen, die zwischen Wand und Estrich in
der Randfuge angesetzt werden. Dadurch erspart man sich die Zerstörung
von Fliesen. Vielleicht müssen dann neue Sockelleisten angebracht
werden, aber vielleicht geht das ja auch über die Silikonfuge zwischen
Fliesen und Sockelleiste.

Hier wird das gezeigt:
https://www.aquasan-gmbh.de/estrich-daemmschicht.aspx
Post by Ulrich G. Kliegis
Ringdrainage mit ordentlicher Entsorgung liegt? Wie sieht es in der
Nachbarschaft aus? Wer keinen nassen Keller hat, den mal fragen (es
sei denn, der hat ohne Keller gebaut...)...
Die Trocknerfritzen sind jedenfalls genau wie die Leitungsvideofidis
alles Flitzpiepen, mit wenigen Ausnahmen. Das merkt man leider immer
erst hinterher...
Am Bau traue ich auch keinem. Am Besten sucht man sich jemanden aus dem
Bekanntenkreis, der jemanden empfehlen kann. Wenn Wasser in die Bude
läuft, wohnt man ja meist in einer Gegend, in der auch andere Betroffene
wohnen.
--
Bernd
Denkedran Joe
2017-08-05 23:01:31 UTC
Permalink
Raw Message
Danke für eure Antworten bisher. Wie ich das so sehe, würdet ihr auch eher die Finger lassen von solchen Trocknungsmanövern...?!

Die Ursache war übrigens vermutlich eine nichtgewartete Ringdrainage. DIESES Problem ist nun beseitigt. Bleibt das Problem mit dem "Wasser unterm Haus" und der eventuellen Trocknungsunternehmung. Habe mir jetzt einen Trotec TTK90E zugelegt. Meint ihr, wenn ich den 24-Stunden 3 Monate lang im Keller betreibe, reicht das aus?

Was bedeutet denn "Wenn die Überdeckung mit Estrich-Beton ausreichend ist, was soll rosten?" ????
Tobias Schuster
2017-08-06 05:58:23 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Denkedran Joe
Was bedeutet denn "Wenn die Überdeckung mit Estrich-Beton ausreichend ist, was soll rosten?" ????
Estrich ist meist mit Stahlmatten armiert, welche gut eingebettet sein
sollten.
Denkedran Joe
2017-08-06 07:54:52 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Tobias Schuster
Estrich ist meist mit Stahlmatten armiert, welche gut eingebettet sein
sollten.
Der Trocknungsmensch meinte allerdings, dass die Stahlverstrebungen in der BetonWAND rosten würden, also dass das Wasser sich in der Mauer festsetzen würde...?!
Kluger, Gerd
2017-08-07 10:25:09 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Denkedran Joe
Post by Tobias Schuster
Estrich ist meist mit Stahlmatten armiert, welche gut eingebettet sein
sollten.
Der Trocknungsmensch meinte allerdings, dass die Stahlverstrebungen in der BetonWAND rosten würden, also dass das Wasser sich in der Mauer festsetzen würde...?!
Was für ein Schwachsinn, schmeiß den raus, das ist total unseriös.
Prinzipiell geht es auch ohne Trockengerät, das will man aber in
bewohnten Räumen nicht, weil es
a) relativ lange dauert
b) die Feuchtigkeit die Wände hoch zieht und so verdunstet
Wegen b) sollten die Wände frei sein (also kein Schrank davor,
sonst kann es zu Schimmel kommen) und je nach Wandbelag, wird
der leiden. Man kann aber schön über die Trocknungslinie in der
Wand den Trockenfortschritt verfolgen.

Gruß
Gerd
Georg Wieser
2017-08-06 13:07:37 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Tobias Schuster
Post by Denkedran Joe
Was bedeutet denn "Wenn die Überdeckung mit Estrich-Beton ausreichend
ist, was soll rosten?" ????
Estrich ist meist mit Stahlmatten armiert, welche gut eingebettet sein
sollten.
Estrich ist -außer in Ausnahmefällen- seltenst armiert.
Außerdem statisch für das Gebäude absolut irrelevant.

Die Armierungen in der Bodenplatte lachen über das Wasser unter Deinem
Estrich. Auch in 50 Jahren...

Aber es könnte unter Deinem Estrich anfangen zu gammeln......

Wenn Du das Wasser schnell rausbekommst, eine Nachfeuchtung verhindern
kannst und der Keller sonst furztrocken ist, hast Du gute Changcen, daß
Du es ohne große Folgeschäden getrocknet bekommst.
Bernd Lammer
2017-08-06 18:51:14 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Denkedran Joe
Danke für eure Antworten bisher. Wie ich das so sehe, würdet ihr auch eher die Finger lassen von solchen Trocknungsmanövern...?!
Wenn ich Styropor unter dem Estrich hätte und der ziemlich sicher unter
Wasser gestanden hätte, dann würde ich versuchen das ordentlich zu
trocknen, oder trocknen zu lassen.
Post by Denkedran Joe
Die Ursache war übrigens vermutlich eine nichtgewartete Ringdrainage.
Dass die Ursache gefunden und beseitigt ist, ist viel wert.

DIESES Problem ist nun beseitigt. Bleibt das Problem mit dem "Wasser
unterm Haus" und der eventuellen Trocknungsunternehmung. Habe mir jetzt
einen Trotec TTK90E zugelegt. Meint ihr, wenn ich den 24-Stunden 3
Monate lang im Keller betreibe, reicht das aus?

Damit hast du keine Luftzirkulation unter dem Estrich und die Fliesen
bilden eine nahezu perfekte Wassersperre. So bekommst du die Dämmschicht
nicht trocken. Da muss schon spezielles Gerät eingesetzt werden.
Z.B.:
https://www.aquasan-gmbh.de/estrich-daemmschicht.aspx
https://www.bau-trocknung.de/leistungen/estrichdaemmschichttrocknung.html

Ich kenne die Läden hinter den verlinkten Seiten nicht. Das soll nur der
Veranschaulichung dienen.
--
Bernd
Denkedran Joe
2017-08-06 19:53:54 UTC
Permalink
Raw Message
Danke euch allen für eure hilfreichen Kommentare!

Natürlich möchte auch ich das möglichst ordentlich trocknen bzw. trocknen lassen. Nur scheue ich die bereits "großzügig veranschlagten" 6.000 Euro für eine professionelle Trocknung (Aussage Trocknungsfirma), wenn ich eventuell den Keller über etwas längeren Zeitraum auch mit so einem handelsüblichen Trockner wie dem schon genannten TTK90E trocken kriegen kann. Um das zu beurteilen fehlt mir allerdings das Fachwissen darüber was ich schlimmstenfalls "verschleppen" und mir als Spätfolgen einhandeln könnte. Oberflächlichen Schimmel bekommt man sicher in Griff, ohnehin werde ich die meisten Holzmöbel entsorgen müssen. Teppich ist ja schon weg. Meine größte Angst ist natürlich aber das Leiden der Bausubstanz, also Rost, Instabilität, Statikprobleme. Und wenn das Styropor langfristig "schwimmt".... außer dass die Dämmeigenschaften leiden kann ich mir nicht vorstellen, dass da irgendwas Schlimmes passieren kann. Oder täusche ich mich...?!

Schönen Dank nochmal und die besten Grüße!
Ulrich G. Kliegis
2017-08-06 20:57:23 UTC
Permalink
Raw Message
On Sun, 6 Aug 2017 12:53:54 -0700 (PDT), Denkedran Joe
Post by Denkedran Joe
Und wenn das Styropor langfristig "schwimmt".... außer dass die Dämmeigenschaften leiden kann ich mir nicht vorstellen, dass da irgendwas Schlimmes passieren kann. Oder täusche ich mich...?!
Wenn sich das so entwickelm sollte, hast Du alle Zeit der Welt, den
Estrich rauszureißen, das Styropor auch, und was Wasserfestes neu
einzubauen.

Wenn alles ruhig bleibt, freu Dich.

Die Rohbaumasse wird es überstehen. Führ Dir vor Augen, welchen
Wetter- und Wassereinflüssen (im Wortsinn) die während der Bauzeit
ausgesetzt war - und hat sich da irgendwer drum gekümmert?
Flitzpiepen, die Dich da ausnehmen wollen - Als erstes legen wir mal
Ihr Portemonnaie trocken...

Gruß,
U.


Solltest Du jetzt irgendeinen Versicherungsschutz haben, besprich das
mit denen, daß Du da keine Ansprüche verlierst. Es klingt ja aber eher
so, als ob Du das selbst tragen mußt.
Kluger, Gerd
2017-08-07 10:36:20 UTC
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Raw Message
Post by Denkedran Joe
Danke euch allen für eure hilfreichen Kommentare!
Natürlich möchte auch ich das möglichst ordentlich trocknen bzw. trocknen lassen. Nur scheue ich die bereits "großzügig veranschlagten" 6.000 Euro für eine professionelle Trocknung (Aussage Trocknungsfirma), wenn ich eventuell den Keller über etwas längeren Zeitraum auch mit so einem handelsüblichen Trockner wie dem schon genannten TTK90E trocken kriegen kann. Um das zu beurteilen fehlt mir allerdings das Fachwissen darüber was ich schlimmstenfalls "verschleppen" und mir als Spätfolgen einhandeln könnte. Oberflächlichen Schimmel bekommt man sicher in Griff, ohnehin werde ich die meisten Holzmöbel entsorgen müssen. Teppich ist ja schon weg. Meine größte Angst ist natürlich aber das Leiden der Bausubstanz, also Rost, Instabilität, Statikprobleme. Und wenn das Styropor langfristig "schwimmt".... außer dass die Dämmeigenschaften leiden kann ich mir nicht vorstellen, dass da irgendwas Schlimmes passieren kann. Oder täusche ich mich...?!
Wenn Du 3 Monate Zeit hast, dann ist das überhaupt kein Problem. ich
habe meinen abgesoffenen Keller damals nur mit Heizlüfter und ständigem
aufheizen und Luftaustasch in 6 Wochen trocken bekommen.
Schimmel ist i.d.R. kein Problem, da sich in dem alkalischen Milieu von
Beton bzw Zementestrich kein Schimmel bilden kann. Schimmel kannst Du
eher bekommen, wenn Du Gipswände hast, deshalb sollten die Wände frei
sein und die Feuchtigkeit einigermaßen schnell abtransportiert werden.
Da Du Fliesenboden hast, funktioniert das dann praktisch über die
Wände. Die Feuchtigkeit steigt hoch und trocknet über die große
Wandfläche mehr der weniger schnell ab. Dabei wird immer neues Wasser
durch die Kapillaren nachgezogen, bis alles gleichmäßig trocken ist.

Grüße
Gerd
Johann Mayerwieser
2017-08-06 23:27:23 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Lammer
Post by Denkedran Joe
Danke für eure Antworten bisher. Wie ich das so sehe, würdet ihr auch
eher die Finger lassen von solchen Trocknungsmanövern...?!
Wenn ich Styropor unter dem Estrich hätte und der ziemlich sicher unter
Wasser gestanden hätte, dann würde ich versuchen das ordentlich zu
trocknen, oder trocknen zu lassen.
Post by Denkedran Joe
Die Ursache war übrigens vermutlich eine nichtgewartete Ringdrainage.
Dass die Ursache gefunden und beseitigt ist, ist viel wert.
DIESES Problem ist nun beseitigt. Bleibt das Problem mit dem "Wasser
unterm Haus" und der eventuellen Trocknungsunternehmung. Habe mir jetzt
einen Trotec TTK90E zugelegt. Meint ihr, wenn ich den 24-Stunden 3
Monate lang im Keller betreibe, reicht das aus?
Damit hast du keine Luftzirkulation unter dem Estrich und die Fliesen
bilden eine nahezu perfekte Wassersperre. So bekommst du die Dämmschicht
nicht trocken. Da muss schon spezielles Gerät eingesetzt werden.
https://www.aquasan-gmbh.de/estrich-daemmschicht.aspx
https://www.bau-trocknung.de/leistungen/
estrichdaemmschichttrocknung.html
Post by Bernd Lammer
Ich kenne die Läden hinter den verlinkten Seiten nicht. Das soll nur der
Veranschaulichung dienen.
Dein Client hat ein bisschen Probleme mit den Quotings. Teile des Textes
auf den du antwortest, bekommen keine Quoting-zeichen und erscheinen
dann so als wären sie dein Text. Ist dann schwer zu lesen.
Bernd Lammer
2017-08-08 04:55:49 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Johann Mayerwieser
Post by Bernd Lammer
Ich kenne die Läden hinter den verlinkten Seiten nicht. Das soll
nur der Veranschaulichung dienen.
Dein Client hat ein bisschen Probleme mit den Quotings. Teile des
Textes auf den du antwortest, bekommen keine Quoting-zeichen und
erscheinen dann so als wären sie dein Text. Ist dann schwer zu
lesen.
Danke für den Hinweis. Ich werde mal drauf achten und nach Abhilfe suchen.
--
Bernd
Thomas Prufer
2017-08-06 08:58:44 UTC
Permalink
Raw Message
Post by d***@googlemail.com
Durch eine Trocknungsfirma habe ich eine Probebohrung machen lassen (Bohrung ist gut, mit dem Hammer wurde einfach eine Bodenfliese rausgeschlagen) und es wurde festgestellt, dass die Dämmung zumindest teilweise noch feucht ist.
Hmh.

Bei einem Freund gab es einen erheblichen Wassereintritt im Keller (durch die
Lichtschächte, die Straße flutete.) Die Firma entfernte einige Bodenfliesen,
indem diese mit einem Heizstrahler erhitzt wurden. Die ließen sich im Stück
rausnehmen und wurden hinterher wieder eingeklebt. Hinterher sichtbar sind davon
nur der neue Fugenmörtel.

Das heißt: sowas kann man auch schonender machen...
Post by d***@googlemail.com
Von der Firma wurde mir dringend zu einer professionellen Trocknung mit Lufteinströmungen und entsprechenden Entfeuchtern geraten, da sonst angeblich die Bausubstanz erheblich leiden würde
... denkbar, das das Styropor grabbelt....
Post by d***@googlemail.com
und ich damit rechnen müsste, dass die Stahlverstrebungen im Beton über die Zeit rosten würden und das Haus in spätestens 10 -15 Jahren Statikprobleme bekäme. Das hat mich nun vollends fertiggemacht.
Das die Armierung in der Wand rostet, wär jetzt nicht meine erste Angst... Und
schnell passiert da erstmal nix.

Such dir vielleicht wen, der weniger finanzielles Interesse am Ausführen der
Arbeit hat. Eventuell Versicherung fragen? Wenn die für sowas aufkommen soll,
schickt die wen vorbei, der das genau umgekehrte Interesse hat.

Trockner laufenlassen ist schon mal ein Ansatz. Du siehts ja am Kondensat,
wieviel Wasser rauskommt, und wann das nachlässt.


Thomas Prufer
Jo Warner
2017-08-06 13:48:51 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Prufer
Bei einem Freund gab es einen erheblichen Wassereintritt im Keller (durch die
Lichtschächte, die Straße flutete.) Die Firma entfernte einige Bodenfliesen,
indem diese mit einem Heizstrahler erhitzt wurden. Die ließen sich im Stück
rausnehmen und wurden hinterher wieder eingeklebt.
Nanu, wie soll das bei üblichen Fliesenklebern gehen?
Erwin Penn
2017-08-06 14:31:01 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Jo Warner
Post by Thomas Prufer
Bei einem Freund gab es einen erheblichen Wassereintritt im Keller (durch die
Lichtschächte, die Straße flutete.) Die Firma entfernte einige Bodenfliesen,
indem diese mit einem Heizstrahler erhitzt wurden. Die ließen sich im Stück
rausnehmen und wurden hinterher wieder eingeklebt.
Nanu, wie soll das bei üblichen Fliesenklebern gehen?
.......wenns Haus brennt, lösen sich auch die Fliesen. 🚒
--
Grüße Erwin
Georg Wieser
2017-08-06 18:39:05 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Jo Warner
Post by Thomas Prufer
Bei einem Freund gab es einen erheblichen Wassereintritt im Keller (durch die
Lichtschächte, die Straße flutete.) Die Firma entfernte einige Bodenfliesen,
indem diese mit einem Heizstrahler erhitzt wurden. Die ließen sich im Stück
rausnehmen und wurden hinterher wieder eingeklebt.
Nanu, wie soll das bei üblichen Fliesenklebern gehen?
frag mich nicht, ist aber bei ***GUTEN*** Handwerkern der erste Ansatz.
Die haben da einen Spezialaufsatz aus Blech für den Heißluftföhn und es
klappt nach Aussagen meines Kumpels fast immer zerstörungsfrei.
Thomas Prufer
2017-08-07 07:14:12 UTC
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Raw Message
Post by Jo Warner
Nanu, wie soll das bei üblichen Fliesenklebern gehen?
Wohl über die Ausdehnung: die Fliese wird heiß und, dehnt sich, der Mörtel pappt
am Untergrund. Scherbelastung mögen solche Kleber am wenigsten... Dann
vielleicht noch mit dem Multimaster und HM- ode rDiamentblatt die Fugen öffnen.

Thomas Prufer
Georg Wieser
2017-08-07 16:55:57 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Prufer
Post by Jo Warner
Nanu, wie soll das bei üblichen Fliesenklebern gehen?
Wohl über die Ausdehnung: die Fliese wird heiß und, dehnt sich, der Mörtel pappt
am Untergrund. Scherbelastung mögen solche Kleber am wenigsten... Dann
vielleicht noch mit dem Multimaster und HM- ode rDiamentblatt die Fugen öffnen.
Thomas Prufer
Mift... vergessen... Die Fugenmasse wird selbstverständlich vorher
ausgekratzt.
Bei allen "modernen" Fliesenklebern ist auch ein hoher Kunststoffanteil
drin der viel des Klebens ausmacht.

Bei Fliesen auf Betonbett verlegt wie in den 50ern klappt eher nicht.
Robert Pflüger
2017-08-07 22:43:46 UTC
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Raw Message
Post by d***@googlemail.com
Hallo zusammen,
im Zuge des Unwetters der letzten Wochen hat sich bei mir im Keller (Einfamilienhaus) reichlich Wasser angesammelt. Es ist vermutlich drückendes Grundwasser, welches an Stellen einer nicht (mehr) perfekten Abdichtung zwischen Bodenplatte und Betonwänden eingedrungen ist. Der Boden des Kellers (3 Räume plus Flur) ist durchgängig gefliest. Zeitweise standen ca. 20qm von insgesamt 70qm Kellerfläche unter Wasser (ca. 5mm hoch). Leider handelt es sich um einen ausgebauten Wohnkeller mit schwimmendem Estrich auf Styropordämmung.
...


Ohne Trocknung der Dämmschicht unter dem Estrich (mit geeigneten Geräten
und Bhhrungen durch den Estrich ect.) wird die Fuechtigkeit lange dort
verweilen, was Schimmelbildung begünstigt ...

.. und das Wasser wird im wesentlichen durch den Innenputz und
Mauerwerkswände (nicht über Betonwände) kapillar hoch gezogen und
verdunstet im Sockelleistenbereich (langsam). die mit dem Wasser
mitgeführten Salze verdunsten nicht und kristallisieren aus. ->
Ausblühungen und Schäden an Farbe und Innenputz.

Ob eine Versicherung besteht musst du wissen (Vetrag lesen) bzw einfach
bei der Gebäudeversicherung nachfragen ob "sowas" mit abgedeckt ist.
Falls für den Schaden keine Versicherung besteht ist eventuell "etwas"
bei der Steuererklärung zu holen (außergewöhnliche Belastung).

normalerweise macht man da eine entsprechende Trocknung. ->
Vergleichsangebote bei Fachfirmen einholen.

Wen aus der Rohbauzeit Fotos der betonierten Bodenplatte vorhanden sind,
könnte man eventuell die Orte erkennen an denen auf der Rohbetonplatte
Pfützen stehen, und wo "Hochpunkte" vorhanden sind. Das wird sich kaum
verändert haben und eventuell kann man aus einer "Pfütze" noch freies
Wasser unterhalb des Estriches aussaugen.

Robert
Denkedran Joe
2017-08-17 12:08:28 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Robert Pflüger
Ohne Trocknung der Dämmschicht unter dem Estrich (mit geeigneten Geräten
und Bhhrungen durch den Estrich ect.) wird die Fuechtigkeit lange dort
verweilen, was Schimmelbildung begünstigt ...
Hat es denn Aussicht auf Erfolg, DASS es jemals austrocknet von alleine (wenn auch langsam)? Wird dann wahrscheinlich über die Randfugen erfolgen, oder? Die habe ich mittlerweile aufgeklopft, da die Wandanschlussfliesen (dämlicherweise) auf Tapete geklebt wurden und damit dahinter noch direkt die Feuchtigkeit stand. Jetzt sind zumindest die unteren Bereiche der Wand trocken. Es sind übrigens Betonwände. Die sollten keine Feuchtigkeit hochziehen, oder?

Wenn Schimmel entsteht, dann womöglich im Dämmmaterial, oder?

Grüße, Joe
Grüße,
Falk Dµebbert
2017-08-20 14:47:31 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Denkedran Joe
Wandanschlussfliesen (dämlicherweise) auf Tapete geklebt wurden und damit dahinter noch direkt die Feuchtigkeit stand. Jetzt sind zumindest die unteren Bereiche der Wand trocken. Es sind übrigens Betonwände. Die sollten keine Feuchtigkeit hochziehen, oder?
Wenn Schimmel entsteht, dann womöglich im Dämmmaterial, oder?
* Unter Garantie im Kleister der Tapete.
* Ziemlich sicher in der Tapete.

Beton hält Feuchtigkeit SEHR lange und viel davon. Jeder, der mal einen
Betonkeller mit schwarzer Wanne trockenlegen wollte, kann davon ein Lied
singen.

Falk D.
Denkedran Joe
2017-08-21 07:55:36 UTC
Permalink
Raw Message
Also am besten Tapete komplett runter und dann (zumindest den Abstellbereich des Kellers) mit Farbe streichen? Welche Farbe nimmt man da am besten um gegen Schimmelneubefall gewappnet zu sein? Acrylfarbe?
Schorsch
2017-08-21 09:48:29 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Denkedran Joe
Also am besten Tapete komplett runter und dann (zumindest den Abstellbereich des Kellers) mit Farbe streichen? Welche Farbe nimmt man da am besten um gegen Schimmelneubefall gewappnet zu sein? Acrylfarbe?
Kalkfarbe, nix sonst.

Gruß
Schorsch
Thomas Prufer
2017-08-22 06:40:46 UTC
Permalink
Raw Message
On Mon, 21 Aug 2017 00:55:36 -0700 (PDT), Denkedran Joe
Post by Denkedran Joe
Welche Farbe nimmt man da am besten um gegen Schimmelneubefall gewappnet zu sein? Acrylfarbe?
Kalkfarbe, Silikatfarbe (KEIM Mycal-Top), Zementfarbe (z.B. DYX 700), ...

Thomas Prufer

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